Gemeinsame Besprechung KI-gestützter Arbeitsergebnisse im Plenum. Gesprächsführung, Förderung von AI-Literacy-Kompetenzen, Vergleich methodischer Settings für produktive Reflexion. Modul 5 widmet sich einer entscheidenden Phase des KI-gestützten Unterrichts: der gemeinsamen Besprechung und Reflexion der mit KI erarbeiteten Ergebnisse im Plenum.

Die Anschlusskommunikation ist der Ort, an dem die individuellen oder gruppenbezogenen Arbeitsergebnisse in den kollektiven Lernprozess der Klasse integriert werden. Das Modul analysiert zwei kontrastierende Unterrichtsvideos, die unterschiedliche methodische Ansätze zur Anschlusskommunikation zeigen. Im ersten Video werden die KI-generierten Antworten direkt nach der Arbeitsphase im Plenum präsentiert, im zweiten Video erfolgt zunächst ein Austausch in Gruppen mit gleicher Fragestellung, bevor die Ergebnisse im Plenum verglichen werden. Die Teilnehmenden identifizieren zentrale Aufgaben der Gesprächsführung in dieser Phase: Die Lehrkraft muss die Ergebnisse würdigen, ohne kritische Distanz aufzugeben; sie muss Gemeinsamkeiten und Unterschiede in den KI-Outputs herausarbeiten; sie muss die Schüler*innen zur Reflexion ihres Interaktionsverhaltens anregen; und sie muss die KI-Ergebnisse mit den fachlichen Lernzielen verbinden. Gleichzeitig sind organisatorische Aspekte zu beachten, etwa die technische Präsentation der Ergebnisse oder die Zeitökonomie bei mehreren Gruppenpräsentationen. Ein besonderer Fokus liegt auf der Förderung der AI-Literacy-Kompetenzen. Die Teilnehmenden analysieren, welche Aspekte des OECD-Kompetenzrahmens in den Schülerinnen-Äußerungen erkennbar werden. Zeigen die Schülerinnen ein Bewusstsein für die Funktionsweise der KI? Können sie die Qualität der Outputs kritisch bewerten? Die Analyse zeigt, dass Schüler*innen oft implizites Wissen über KI demonstrieren, dieses aber selten explizit artikulieren. Die Anschlusskommunikation bietet die Chance, dieses implizite Wissen bewusst zu machen und zu systematisieren. Das Modul entwickelt konkrete Impulse für die Gesprächsführung. Statt nur nach dem Ergebnis zu fragen ("Was hat die KI geantwortet?"), sollten Lehrkräfte auch den Prozess thematisieren ("Wie seid ihr zu diesem Ergebnis gekommen?", "Was war überraschend?", "Wo musstet ihr nachsteuern?"). Die Teilnehmenden lernen, wie durch gezielte Fragen sowohl die fachliche Auseinandersetzung mit dem literarischen Text als auch die Medienkompetenz im Umgang mit KI gefördert werden kann. Die Wahl des methodischen Settings hat Einfluss auf die Qualität der Anschlusskommunikation. Der Vergleich der beiden Videosequenzen zeigt, dass der vorgeschaltete Gruppenaustausch Vorteile bietet: Die Schüler*innen können ihre Unsicherheiten in der Kleingruppe klären, verschiedene KI-Outputs vergleichen und eine reflektiertere Position entwickeln. Allerdings erfordert dieses Setting mehr Zeit und eine klarere Strukturierung. Die Teilnehmenden lernen, situationsangemessen zwischen verschiedenen Settings zu wählen und diese gezielt zur Förderung spezifischer Kompetenzen einzusetzen.

DeutschSekundarschuleSekundarbereich II
00:30:00
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