Reflexion eigener KI-Erfahrungen, Analyse gesellschaftlicher Nutzungsmuster und Schüler*innen-Mediennutzung. Einführung in technische Grundlagen von LLMs, OECD-Kompetenzrahmen für AI-Literacy, Datenschutz und Energieverbrauch. Dieses einführende Modul bildet die Grundlage für die reflektierte Auseinandersetzung mit den Nutzungsmöglichkeiten von künstlicher Intelligenz im Literaturunterricht.
Ausgehend von der Reflexion der eigenen KI-Nutzungserfahrungen und einer systematischen Erweiterung dieser Perspektive auf gesellschaftliche Nutzungsmuster und die spezifische Mediennutzung von Schüler*innen werden Grundlagen für die Abwägung der Potentiale und Risiken einer Nutzung von KI im Fachunterricht geschaffen. Der erste Teil des Moduls (1.1) widmet sich der kritischen Bestandsaufnahme eigener Praktiken im Umgang mit KI und gesellschaftlicher Nutzungsmuster. Über ein interaktives Miro-Board tauschen sich die Teilnehmenden über ihre eigenen Erfahrungen mit KI aus und setzen diese in Beziehung zu aktuellen Erkenntnissen zur gesamtgesellschaftlichen Nutzung von KI. Dazu werden ausgewählte Erkenntnisse einer Studie von OpenAI diskutiert sowie aktuelle Umfragen zur Mediennutzung von Jugendlichen, Lehrkräften, Eltern und der Gesamtbevölkerung. Wichtige Erkenntnisse, etwa dass 62% der Schülerinnen bereits KI nutzen, diese Nutzung jedoch meist im privaten, unbegleiteten Umfeld stattfindet, werden besonders hervorgehoben. Die Diskrepanz zwischen der wahrgenommenen Kompetenz der Schülerinnen und der tatsächlichen kritischen Reflexionsfähigkeit wird problematisiert. Ziel dieses Teilmoduls ist es, die Relevanz für die schulische Begleitung der Nutzung von KI durch Heranwachsende zu verdeutlichen und die gesellschaftliche Bedeutung der Technologie zu veranschaulichen. Im zweiten Teil (1.2) erfolgt eine Einführung in die technischen Grundlagen und Eigenschaften von Large Language Models. Hier werden Konzepte wie maschinelles Lernen, die Blackbox-Problematik und die Funktionsweise von Transformer-Architekturen vermittelt. Die Teilnehmenden erarbeiten sich ein Verständnis dafür, was KI leisten kann und wo ihre Grenzen liegen. Diese eher technische Einführung mündet in eine systematische Bewertung von KI-Eigenschaften als Potenziale oder Risiken für verschiedene pädagogische und didaktische Ziele. Die Lernenden werden hierbei dazu angehalten, Potentiale und Risiken von KI in Abhängig von pädagogischen und didaktischen Zielen zu reflektieren. Die Einführung des OECD-Kompetenzrahmens für AI-Literacy bietet anschließend eine Strukturierungsmöglichkeit, um die Entwicklung von Kompetenzen in vier zentralen Handlungsbereichen zu beschreiben: "Engaging with AI", "Creating with AI", "Managing AI" und "Designing AI". Der dritte Teil (1.3) fokussiert auf die praktischen und ethischen Grundlagen für einen verantwortungsvollen Umgang mit KI im Unterricht. Hier werden konkrete Vergleiche zwischen verschiedenen Sprachmodellen durchgeführt, etwa zwischen GPT-4-mini und GPT-5, um die Leistungsunterschiede und deren Relevanz für den Unterrichtseinsatz zu verstehen. Besondere Aufmerksamkeit gilt den datenschutzrechtlichen Aspekten, die gerade im schulischen Kontext von entscheidender Bedeutung sind. Die Teilnehmenden lernen, dass Metadaten personenbezogen sind und der Drittlandtransfer in die USA ohne zusätzliche Maßnahmen unzulässig ist. Auch der Energieverbrauch von KI-Systemen wird thematisiert und mit einem interaktiven Ressourcen-Rechner erfahrbar gemacht. Das Modul schließt mit konkreten Handlungsempfehlungen für die datenschutzkonforme und ressourcenbewusste Nutzung von KI im Unterricht.